Im Trend: Kommunale Kooperation

Kongressbericht

Klamme Kassen, demografischer Wandel, strukturschwache Regionen: Harte Fakten, denen Städte und Gemeinden mit Einsparungen begegnen müssen. Doch sind Sparpotenziale vielerorts bereits ausgeschöpft, glaubt man den Bürgermeistern, die sich am 25. November 2010 in der Kongresshalle Gießen trafen, um neue Optionen für ihre Regionen kennen zu lernen.

Roland Scherer von der Universität St. Gallen Roland Scherer von der Universität St. Gallen jl

Der Internationale Fachkongress "Kommunale Kooperation" lud hierzu Referenten ein, die auf wissenschaftlicher und praktischer Ebene Kooperation praktizieren und dadurch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen realisieren können. Die Botschaft von Moderator Wolfgang George aus Wetzlar: „Das Damoklesschwert des Kostendrucks breitet sich wie Mehltau aus“. Kooperationen ermöglichen nach Ansicht des Organisationswissenschaftlers „ungeahnte Synergien“ und gerade Genossenschaften wuchsen daher derzeit „wie Pilze aus dem Boden“. Denn Genossenschaften machen laut Professor George Partizipation möglich und die ermutige bürgerliches Engagement – eine Ressource, auf die man künftig nicht mehr verzichten könne.

 

Günther Bachmann, Generalsekretär des Rats für nachhaltige Entwicklung, kritisierte: „Die Politik der Partizipation leidet heute unter einem Dosenbier-Image. Das ist schlecht. Sie davon zu befreien, geht nur mit einem Strategiewechsel.“ Bachmann verdeutlichte seine Forderung mit einem alten Sprichwort: „Lasst uns an dem Alten, so es gut ist, halten.“ Alles andere solle jedoch bitte besser gemacht werden.

 

In der Schweiz sieht man sich indes auf dem richtigen Weg: Regionen seien dort stärker als der Bund, ständige "top-down- und bottom-up -Prozesse" führten zu lebendigen Initiativen, die endogene Besonderheiten der jeweiligen Region zum Vorschein brächten, berichtete Roland Scherer von der Universität St. Gallen. Kritisch zu bedenken sei jedoch die Gefahr von Einzelinteressen und Filz, schließlich stelle sich bei vielen Regionen wegen der besonderen politischen Struktur die Frage nach Legitimität ganz anders als in Deutschland.

 

Das genossenschaftliche Modell sei für ökonomischen Kooperationen bestens geeignet, versicherte Moderator Wolfgang George. Denn Legitimität sei durch das der Genossenschaft eigene gleichberechtigte Stimmrecht jedes Mitglieds gewährleistet. Transparenz und wirtschaftliche Verbindlichkeit ließe sich zudem in steigender Lebensqualität messen - und die Stimmungslage innerhalb einer Region zu kontrollieren sei leicht möglich.

 

Homepage Internationaler Fachkongress Kommunale Kooperation

jl

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